Die Berufsausbildung gliedert sich zur Zeit noch in drei Abschnitte, die z.T. aufeinander aufbauen.
Rettungshelfer - Rettungssanitäter und Notfallsanitäter geben.

Rettungshelfer - Rettungssanitäter/In (RH - RS)

Die Grundausbildung für beide Ausbildungsgänge ist identisch und wird gemeinsam abgehalten. Der Weg zum Rettungssanitäter beinhaltet noch Rettungsdienst- und Klinikpraktika und eine staatliche Prüfung.

Notfallsanitäter/In - die Berufsausbildung (NotSan)

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter befähigt Sie zu einem umfassenden Verständnis der medizinischen Grundlagen und Krankheitsabläufe, um gezielt und differenziert Notfallpatienten behandeln zu können. Dem Rettungsdienstalltag entsprechend wird der Teilnehmer in die Lage versetzt, einen Notfallpatienten eigenverantwortlich zu versorgen, einen Notfalleinsatz zu strukturieren und eine geeignete Zielklinik auszuwählen - auch ohne Notarzt vor Ort.

Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgLRD)

Wer im Rettungsdienst für Einsatzleitung bei größeren Schadensfällen gerüstet sein möchte, für den bietet sich die Ausbildung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst an. Dieser einwöchige Kurs befasst sich mit der Führung der Rettungsdienstkräfte vor Ort bei Großschadenslagen.

FAQ - Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin - häufig gestellte Fragen


Die Rettungsschule Lifetime bietet vorbereitende Schulungen für RettungsassistentInnen an, die seit 5 Jahren oder länger als RettAss tätig sind und eine Ergänzungsprüfung zum/zur NotfallsanitäterIn absolvieren möchten. Dieses Intensivtraining führen wir berufsbegleitend durch und bieten die Kurse über einen längeren Zeitraum an. Auf diese Weise wird man „fit für die Prüfung“. Der Schulleiter Heinz Tholema und sein Stellvertreter Philipp Lenz haben die Prüfung bereits absolviert und sind Notfallsanitäter.
Falls mehrere Teilnehmer aus einem Rettungsdienst Interesse an diesem Vorbereitungskurs haben, kann er auch als In-House-Seminar durchgeführt werden. Nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf, und wir besprechen mit Ihnen Möglichkeiten und Chancen.

Eine gründliche Vorbereitung auf die Prüfung ist wichtig, da der Prüfungsablauf deutliche komplexer ist, als die bisherige Rettungsassistenten-Prüfung. Die Prüfung selber darf nur einmal wiederholt werden. Danach führt der Weg zum Notfallsanitäter nur über die dreijährige Ausbildung.

Prüfungsablauf:

Mündliche Prüfung von 30 – 40 min Dauer

Themenbereiche:
  • Beratung / Kommunikation / Interaktion mit Hilfe suchenden und hilfsbedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte
  • Handeln im Rettungsdienst an Qualitätskriterien ausrichten, die an rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen orientiert sind
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken, lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung durchführen

Praktische Prüfung von 20 – 40 min Dauer/Fall (als Leiter eines Rettungsteams)

Internistischer Notfall
Traumatologischer Notfall

Der Prüfling übernimmt die anfallenden Aufgaben einer fachgerechten notfallmedizinischen Versorgung:
  • Einschätzung der Gesamtsituation
  • Erstellung der Arbeitsdiagnose
  • Umgang mit medizinisch technischen Geräten
  • Durchführung von Sofortmaßnahmen und erweiterten Versorgungsmaßnahmen
  • Dokumentation
  • Evtl. Herstellung der Transportfähigkeit und Übergabe an die notärztliche Versorgung
Den Fällen folgt jeweils ein Fachgespräch, in dem der Prüfling sein Handeln erläutern, begründen und reflektieren soll.

Wenn Sie weitere Fragen zum Vorbereitungskurs, zum Prüfungsablauf oder zur Organisation der Kurse haben, sprechen Sie uns bitte an.


Notfallsanitäter-Gesetz – Was ist das?
Seit 01.01.2014 gilt das Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters (NotSanG). Es hat das Rettungsassistentengesetz (RettAssG) vom 10. Juli 1989 abgelöst.

Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin / zum Notfallsanitäter dauert drei Jahre und umfasst insgesamt 4.600 Stunden. Darin enthalten sind 1920 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht an der Rettungsschule, 1960 Stunden Ausbildung an einer genehmigten Lehrrettungswache, sowie 720 Stunden praktische Ausbildung in geeigneten Krankenhäusern. Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung ist ein Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung oder eine nach Hauptschulabschluss oder einer gleichwertigen Schulbildung erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer.

Warum wird das neue NotSanG notwendig?
Die Anforderungen an das im Rettungsdienst eingesetzte nichtärztliche Personal sind in den letzten Jahren gestiegen. Der zunehmende Mangel an Notärzten führt zudem dazu, dass zunehmend Rettungsdienst-Personal in eigener Verantwortung notfallmedizinische Maßnahmen durchführen muss. Diesen Entwicklungen versucht das NotSanG mit einer deutlichen Verbesserung der Ausbildungsstandards Rechnung zu tragen.

Wie ist die dreijährige Ausbildung zum NotSan geregelt?
Träger der Ausbildung werden zukünftig die Lehrrettungswachen sein, an denen Auszubildende bei Zahlung einer Ausbildungsvergütung wie Lehrlinge beschäftigt sind. Die Schule ist dabei Partner der Lehrrettungswachen und für den regelrechten Verlauf der Ausbildung in enger Zusammenarbeit mit den Wachen und den Kliniken verantwortlich. Die Ausbildung endet mit einem Staatsexamen, das an der Schule abgelegt wird.

Gibt es weiterhin die Rettungssanitäter-Ausbildung bzw. die Rettungsassistenten-Ausbildung?
Die RS-Ausbildung von 520 Stunden wird es, wie gewohnt, auch weiterhin geben. Sie kann allerdings nicht mehr auf die Ausbildung zum Notfallsanitäter / zur Notfallsanitäterin angerechnet werden.
Die Rettungsassistentenausbildung besteht seit 2015 nicht mehr. Es gibt es neben der RS-Ausbildung nur die Berufsausbildung zum Notfallsanitäter.

Was wird aus den Kollegen, die eine Ausbildung zum RA erfolgreich absolviert haben?
Wer heute die Genehmigung zum Führen der Berufsbezeichnung RA hat, darf diese Berufsbezeichnung auch weiterhin führen. Es ist aber sicher empfehlenswert, sich darum zu bemühen, die Qualifikation als NotSan zu erwerben.

In den nächsten Jahren werden mit Sicherheit die Rettungsdienst-Gesetze der Länder auf das neue Berufsbild zugeschnitten. Konkret wird dies bedeuten, dass zukünftig die in der Notfallrettung eingesetzten Fahrzeuge mit zumindest einem Notfallsanitäter oder einer Notfallsanitäterin zu besetzen sind. Diese Tatsache könnte für viele heutige RA zu einem existentiellen Problem werden, wenn nämlich als zweite Kräfte auch weiterhin Rettungssanitäter/-innen oder gar Rettungshelfer/-innen eingesetzt werden dürfen.

Gibt es eine Upgrade-Möglichkeit für heutige RA zum NotSan?
Wenn man die RA-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, gibt es ab dem 01.01.2014 eine Übergangsfrist von 7 Jahren, innerhalb derer man eine Ergänzungsprüfung bzw. einen Ergänzungslehrgang zum NotSan absolvieren kann.

Wer länger als 5 Jahre als RA tätig ist, braucht sich lediglich zu einer solchen Ergänzungsprüfung anmelden. Die Ergänzungsprüfung ist dabei eine Art „abgespeckte“ Version der eigentlichen NotSan-Prüfung. Nach der dreijährigen NotSan-Ausbildung müssen drei schriftliche Klausuren, in der praktischen Prüfung 4 Fallsimulationen und eine mündliche Prüfung erfolgreich bestanden werden. Bei der Ergänzungsprüfung fallen die schriftlichen Klausuren weg und die praktische Prüfung besteht aus zwei Fallsimulationen. Ergänzend findet auch hier eine mündliche Prüfung statt.

Viele Fachleute sind der Auffassung, dass eine solche Ergänzungsprüfung ohne eine Vorbereitung durch die Schule nur mit Mühe bestanden werden kann. Das NotSanG sieht eine solches intensives Training offiziell jedoch nicht vor. Daher bieten wir entsprechende Intensivseminare an. Als sehr gute Vorbereitung empfehlen wir die ACLS- bzw. PALS-Kurse der American Heart Association (siehe Kursangebot dort) und entsprechende zertifizierte Trauma-Kurse, wie sie von uns angeboten werden.

Wer seit mindestens 3 Jahren, aber eben noch nicht seit 5 Jahren die Qualifikation zum RA besitzt, darf die Ergänzungsprüfung nur absolvieren, wenn er zuvor an einem Ergänzungslehrgang von 480 Stunden teilgenommen hat (240 Stunden Schule, 80 Stunden Klinik, 160 Stunden Lehrrettungswache).

Ein RA kann aber auch auf die Teilnahme an Ergänzungslehrgängen verzichten. In diesem Fall sieht das NotSanG vor, dass die komplette Prüfung, wie sie für die dreijährige Ausbildung vorgesehen ist (siehe oben), erfolgreich absolviert werden muss.

Für weiter Fragen steht Ihnen die Rettungsschule Lifetime mit ihrem Team jederzeit zur Verfügung.